Das Fledermausprinzip

Mit der Ultraschalltechnologie gelingt es seit mehreren Jahrzehnten, strahlen- und schmerzfrei, Organe im Körper zu untersuchen und im Bild darzustellen. Das Ultraschallprinzip ist das Prinzip des Echolots, das Prinzip, mit welchem sich Fledermäuse orientieren: Schallwellen werden ausgesandt, von Hindernissen teils absorbiert und unterschiedlich reflektiert, die reflektierten Schallwellen werden wieder empfangen, daraus entsteht eine verwertbare Information über Lokalisation und Beschaffenheit eines Hindernisses.

Zweidimensional, dreidimensional, Duplex

Was die Fledermaus kann, macht sich der Mensch mit Hilfe von komplexen, computerunterstützten Apparaten u.a. in der Medizin zu Nutzen: Eine Ultraschallsonde ist gleichzeitig Sender und Empfänger: Ueber einen Schallkopf, der auf die Haut aufgesetzt wird, werden Schallwellen in Richtung eines Organs gesendet, die Schallwellen werden gewebespezifisch aufgenommen oder zurückgeworfen. Im Computer entsteht aus der wiederaufgenommenen Information ein Bild. Je nach Technologie und Fragestellung ist das Bild zwei- oder dreidimensional oder eine Kurve, schwarz-weiss oder unter Verwendung der Duplextechnologie farbig mit Nachweis von Blutströmungen in verschiedene Richtungen. Mittlerweile sind die Ultraschallapparate und die Ultraschallsonden soweit entwickelt, dass feinste Strukturen untersucht werden können. Allerdings ist die Qualität der Untersuchung vom Untersucher abhängig, dessen Qualität beruht vorwiegend auf dessen Erfahrung: Ein noch so hervorragender Apparat kann den erfahrenen Untersucher niemals ersetzen.

Innere Organen, Schilddrüse, Weichteile, Gynäkologischer Ultraschall, Schwangerschaft, IMT

Für mich ist seit über 25 Jahren der Ultraschall ein unverzichtbares Instrument in der medizinischen Diagnostik. Täglich unterstützt mich „der Schall“ in meinen Abklärungen und Beurteilungen. Mein Spektrum umfasst den Ultraschall von Abdomen, Schilddrüse, Weichteile, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie das Spezialgebiet der Gefässmessung der Schlagader am Hals (IMT-Messung der Carotis).

Eine wichtige Routineuntersuchung ist die Ultraschalluntersuchung des Abdomens (des Bauches), wo mit einer Sonde von 3,5 MHz die inneren Organe wie Leber und Gallenblase, Bauchspeicheldrüse, Nieren, Milz, Hauptschlagader (Aorta) und anderer grossen Gefässe, die Blase und die Prostata untersucht werden können.

Die Schilddrüsensonographie, die ich mit einer höherfrequenten Sonde von 7,5 bis 10 MHz durchführe, gibt Auskunft über Grösse und Beschaffenheit des Organs, über das Vorliegen von Cysten oder Knoten, zur Kontrolle des Volumens unter Hormonbehandlung oder prä- oder postoperativ zur Festlegung des weiteren Vorgehens.

Die Sonographie der Weichteile (Schwellungen an Extremitäten oder Stamm, Hals, Gelenke, Sehnen etc) ist häufig, schnell angewendet und sowohl diagnostisch und therapeutisch sehr hilfreich.

Gynäkolgischer Ultraschall mit der Frage nach Veränderungen an den Eierstöcken wie z.B. Cysten, oder an der Gebärmutter (Myome, Endometriumdicke) sowie Schwangerenultraschall gehören zum Grundangebot in meiner Praxis. Auch bei der Brustuntersuchung ist der Ultraschall für mich ein wichtiges Instrument zur Abklärung von unklaren, ertastbaren Befunden.

Im Bereich der Gefässdiagnostik biete ich die IMT – Messung an, ein Verfahren zur Abschätzung der Gefässveränderungen an lebenswichtigen Organen wie Herz, Hirn und Nieren. Dabei wird mit einer hochfrequenten Sonde von bis zu 15 MHz die Dicke der innersten Gefässauskleidung (Intima zu Media) der hirnversorgenden Arterien am Hals (A. Carotis) gemessen und in Zusammenhang mit dem aktuellen Cholesterinwert gesetzt. Der Wert ist richtungsweisend für das weitere Vorgehen im Management des individuellen cardiovaskulären Risikos (Herzkreislauf-Risikos).

Dr. med. Christiane Leupold